Fortbildungsinstitut Regensburg - Termine

Anwendungskurs „Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung“ - „Vom Logopädiekind zum LRS-Schüler“

Sandra Lenz

Seit längerem ist bereits bekannt, dass viele Logopädiekinder nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit der Schriftsprache Schwierigkeiten haben. Schriftspracherwerbsforscher sind davon keineswegs überrascht, da die Ursachen dieser Probleme im auffälligen Spracherwerb liegen. Kinder, die im Vorschulalter Schwierigkeiten mit der Pluralbildung hatten, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit als Schüler Probleme mit der Dehnungs- und Dopplungs-/Schärfungsschreibung bekommen. Kinder, die im Vorschulalter Schwierigkeiten mit der Verbzweitstellung und/oder den W-Fragen hatten, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit als Schüler Probleme mit der Großschreibung bekommen.

Zur Verbesserung der Rechtschreibleistung speziell für diese Kinder hat der Schweizer Spracherwerbsforscher PD Dr. Zvi Penner in Zusammenarbeit mit der Diplom-Psychologin Sandra Lenz die Methode „Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung“ im Rahmen eines breit angelegten Projektes entwickelt, die als einzige die sprachlichen Vorläuferkompetenzen in die Rechtschreibförderung mit einbezieht. Das Neue an diesem Ansatz ist, dass nicht die Silbenquantität, d. h. aus wie vielen Silben ein Wort besteht, sondern die Silbenqualität (Betonung, Dauer) im Vordergrund steht.

Experten sind sich schon seit langem einig, dass die Silbenqualität der Schlüssel zu einer korrekten Rechtschreibung ist. Silben klingen nicht alle gleich: sie unterscheiden sich in ihrer Lautstärke und ihrer Länge. Sprachunauffällige Kinder bringen diese auditiven Kompetenzen bereits zur Einschulung mit, d. h. sie hören, ob eine Silbe betont ist oder nicht oder ob eine Silbe länger klingt als eine andere. Sie wissen jedoch noch nicht, wie dies in der deutschen Rechtschreibung umgesetzt wird.

Anders sieht es bei sprachlich benachteiligten Kindern aus, denn sie bringen diese Kompetenzen leider nicht mit. Mit dem Orthografieansatz "Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung" schafft man bei sprachlich benachteiligten Schülern im ersten Schritt die auditiven Grundkompetenzen und zeigt ihnen im zweiten Schritt, wie die qualitativen Besonderheiten der Silbe in der deutschen Rechtschreibung markiert werden. Hiervon profitieren natürlich auch diejenigen Schüler, die Deutsch als Zweitsprache gelernt haben.

Dieser Ansatz kann Schülern (und auch Erwachsenen) beispielsweise erklären, warum man zwar „packen“ mit „ck“ schreibt, aber „Paket“ nicht. Oder warum man zwar „Sohn“ mit „h“ schreibt, aber „Person“ nicht. Bislang wurden solche Wörter, die mit den herkömmlichen Regeln nicht erklärt werden konnten, immer als „Ausnahmen“ behandelt. Wenn Sie immer schon einmal wissen wollten, warum man „*Triebühne“, „*Kammel“ oder “Fieguhr“ so nicht schreibt, es Schülern jedoch bislang nicht befriedigend erklären konnten, dann melden Sie sich zum Anwendungskurs „Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung“ an!

Tag 1: Grundlagen 1 & Praxis 1
• Einführung in die Orthografie (Rechtschreibregeln)
• Diagnostik von Schwierigkeiten bei der Dehnung und Dopplung
• Evaluation der Orthografiemethode „Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung“
• Linguistische Grundlagen:
• Sprachrhythmische Grundkompetenzen: Rhythmus
• Durchführung praktischer Übungen zum Sprachrhythmus
• Linguistische Grundlagen:
• Sprachrhythmische Grundkompetenzen: Reime

Tag 2: Grundlagen 2 & Praxis 2
• Linguistische Grundlagen:
- Sprachrhythmische Grundkompetenzen: 3-moraisches Prinzip
- Durchführung praktischer Übungen zum 3-moraischen Prinzip
- Sprachrhythmische Grundkompetenzen: Wortlänge
- Durchführung praktischer Übungen zur Wortlänge

Tag 3: Grundlagen 3 & Praxis 3
• Sprachrhythmische Regeln zur Dehnung und Dopplung I
• Durchführung praktischer Übungen zur Dopplung & Dehnung
• Ästhetische Regeln zur Dehnung und Dopplung
• Peripherie (Merkwörter) / Zusammenfassung

Ziel des Seminars
Selbständige Durchführung der Orthografiemethode „Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung“ in Einzel-/Gruppenförderung/-therapie oder in der Schulklasse.

Zielgruppe
LogopädInnen, LerntherapeutInnen, LehrerInnen, NachhilfelehrerInnen, GanztagsbetreuerInnen, HorterzieherInnen, Eltern

Anmerkung:
Bitte mitbringen:
Bleistift & Radierer
USB-Stick 3.0 (blauer Connector!, mind. 1 GB freier Speicher)

Referentin: Sandra Lenz

Preis pro Teilnehmer: 475.- Euro - Anmeldeschluss 4 Wochen vor Veranstaltungsbeginn
Ort: Ibis City Hotel, 23.10. von 14:00 - 20:00 Uhr, 24.10. & 25.10. von 9:00 - 15:00 Uhr
Wasser, Pausenverpflegung sind im Seminarpreis inbegriffen, bei ganztägigem Unterricht auch ein Mittagsmenü

18 Fortbildungspunkte

Vita Sandra Lenz

Sandra Lenz ist Psychologin und Ausbilderin für Känguru-Trainer. An der Universität Leipzig hat sie Schulleistungstests für Deutsch und Mathematik normiert sowie die Methode des Variablen Lesens mitentwickelt und evaluiert. Darüber hinaus hat sie bei der praktischen Umsetzung der von Dr. Zvi Penner entwickelten Methode „Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung“ mitgewirkt. Seit 2004 arbeitet sie freiberuflich als Dozentin in der Erwachsenenbildung zu den Themen Diagnostik, Sprach-, Lese- und Rechtschreibförderung bzw. -therapie.

 

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